Telefonhilfe

der Deutschsprachigen Gemeinschaft VoG

Telefonhilfe in der DG
Wer sind wir
Mitmachen
Ausbildung
Berichte
Kongress in Prato 2007
Luxemburg 2007
Bericht der Leiterin
Bericht Mitarbeiter/In 1
Bericht Mitarbeiter/In 2
Bericht Mitarbeiter/In 3
Bericht Miitarbeiter/In 4
Bericht Mitarbeiter/In 5
Bericht Mitarbeiter/In 6
Bericht Mitarbeiter/In 7
Ungarn sos505
Pressestimmen
Kontakt
Site Map


Rund 100 Teilnehmer aus Luxemburg, Deutschland und aus der DG Belgiens trafen sich für ein Weiterbildungswochenende im Mutterhaus der Franziskanerinnen in Luxemburg. Organisiert wurde dieses Treffen durch unsere Luxemburger KollegInnen, die hiermit auch ihr 30-jähriges Bestehen unterstreichen wollten.
15 ehrenamtliche MitarbeiterInnen der Telefonhilfe nahmen an dieser Weiterbildung teil. Das Hauptthema dieser Tagung, war die „Kommunikation in der Familie – Familie und Kommunikation“. Kommunikation ist an und für sich das Thema schlechthin, welches wir in unserer täglichen Telefonberatung am Meisten brauchen. Und Probleme in der Kommunikation zwischen Familienmitgliedern oder gar einen Mangel an Kommunikation in der Familie sind wohl die Themen die uns am Telefon ständig begegnen.


Der Vortrag von Frau Irmgard Forse, Dipl. Psychologin/Familientherapeutin war dann auch für uns ein interessantes Thema. Des Öfteren konnten wir Parallelen entdecken zwischen der Kommunikation in den Familien und unserer Arbeit am Telefon. Manche Themen waren uns nicht unbekannt und bilden sogar einen Hauptbestandteil unserer Ausbildung. Es war dennoch interessant bestimmte Punkte nochmals zu wiederholen und manch andere zu vertiefen.
Kurze Zusammenfassung des Vortrages der Frau Irmgard Forse :
Jeder Kommunikationspartner bringt in die Kommunikation auch immer einen Teil von sich selbst mit, seine sog. „Persönliche Landkarte“.


Für uns am Telefon ist es sehr wichtig, in einem ersten Schritt auf diese persönliche Landkarte des Gegenübers einzugehen, bevor wir in einem zweiten Schritt dann zur zielführenden Gesprächsgestaltung übergehen können. Fragen helfen dabei, die innere Landkarte des Gesprächspartners zu erkunden:
- Seine Sicht der Dinge
- Seine Erwartungen
- Seine Befürchtungen


Dazu können wir verschiedene wichtige Fragetypen benutzen:
- Offene statt geschlossene Fragen
- Alternativfragen
- Fragen nach Ausnahmen
- Wunderfrage…


Der Gesprächsverlauf benötigt auch eine gewisse „Steuerung“:
- Rahmen setzen (Zeitplan, Ziel…)
- Strukturieren
- Ergebnisse herbeiführen
- Zeit einhalten
- Zusammenfassen, aufschreiben
- Kommunikationsregeln durchsetzen


Dabei können wir aus unserer persönlichen „Werkzeugskiste“ die passenden „Tools“ verwenden. Mal ist das Aktives Zuhören, Verbales Spiegeln, wobei wir immer auf die Situationsangemessenheit achten sollten (bestimmte psych. Krankheitsbilder benötigen eine andere Art der Kommunikation).
Besonders geeignet in der Familienkommunikation bzw. Kommunikation zwischen (Ehe)Partnern scheinen die Ich-Botschaften:

- Wahrnehmung von mir
- Wirkung auf mich aussprechen
- Wunsch von mir


Ziele der Kommunikationsgestaltung :
- Beachten der spezifischen Situation und deren realistischer Einschätzung
- Durch Verhandeln eine Win-Win Situation herstellen


Bei Konflikten geht es meistens um:
- Kampf um die Macht
- Gegenseitige Schuldzuweisungen


Problempunkte von Paaren treten auch oft nicht als Konflikt in Erscheinung sonders als Tabuthema und sind deshalb oft Grund für ernsthafte Differenzen.
Diese Tabuthemen werden nicht angesprochen, weil beide Partner fürchten dass das Anschneiden dieser Themen, ihre Partnerschaft gefährden oder zerstören könnte.
Das Ansprechen von Meinungsverschiedenheiten macht Angst und wird deshalb umgelenkt in z. B. somatische Beschwerden oder andere „neutralere“ Streitfelder (Politik, Geschmack…) um die Harmonie zu erhalten.
Meinungsverschiedenheiten und Konflikte sind unvermeidlich und verschaffen sich auch auf andere Weise Ausdruck.
Es werden oft sogar Drittpersonen einbezogen im Konflikt. Z. B. die Kinder, die Schwiegermutter, Affären, usw. Dadurch wird der Fokus der Aufmerksamkeit vom Paar auf den Dritten umgeleitet ohne die eigene Beziehung aufs Spiel zu setzen.

Nach dem Vortrag wurden die angesprochenen Themen in Kleingruppen weiter vertieft. Unsere 15 Teilnehmer verteilten sich über 3 verschiedenen Gruppen. In unserer Gruppe wurde vor Allem das Thema der Paar-Kommunikation vertieft. Dies ergab einen sehr interessanten, tiefgehenden und animierten Austausch, der in folgendes Mottos resultierte: „Reden ist der erste Schritt“. Uns Ost-Belgier nicht unbekannt, denn dies ist auch das Motto der T.H. in der DG. Weiter könnten wir uns auch finden im Motto: „Rede ehe Ehe zu spät ist“. (und nein, die 2 x ehe ist kein Schreibfehler!). Weiter konnte auch noch das Motto: „Kommunikation? Komm mit in meine Geheimnisse…“ unsere Gruppenarbeit zusammenfassen. Im Plenum wurde anschließend noch aus jeder Gruppe berichtet.
Nach dem Abendessen blieben die Kleingruppen zusammen um unter Begleitung der Luxemburger Kollegen in die Stadt zu ziehen wo im Rahmen: „Luxemburg Kulturhauptstadt 2007“ verschiedene musikalische Darbietungen zu sehen und zu hören waren.


Der Sonntagvormittag wurde wiederum in kleineren Gruppen verbracht wobei diesmal der Austausch zwischen verschiedene Telefonberatungsstellen das Hauptthema war. Besonders interessant ist es immer zu erfahren, wie unsere Kollegen über die Landesgrenzen hinweg dieses oder jenes Problem lösen. Wie sie mit neuen Medien umgehen (Mail- und SMS-Beratung‚ Chat). Wie sie sich schützen vor Störanrufen, wie viele Mitarbeiter jede TES-Stelle hat, wie viele hauptamtliche Betreuer sie beschäftigen usw.
Mit einem kurzen, dennoch interessanten Beitrag von „unserem Fred“ (Herrn Freddy Kirschfink, Vorstandsmitglied der Telefonhilfe und Belgischer Vertreter bei IFOTES) über den IFOTES-Kongress in Prato (Juli 2007) und über die neue internationale Kurznummer : 116 123 für alle TES-Stellen Europas wurde die Arbeitssitzung beschlossen.
Nach der gemeinsamen Mahlzeit ging’s gruppenweise in die Stadt für eine Stadt- bzw. Altstadtbesichtigung oder eine Führung durch die Casematten.
Bereichert und mit frischem Mut gehen wir wieder ans Telefon…


Und dafür geht selbstverständlich ein besonderer Dank an unsere Kollegen und Kolleginnen von SOS Détresse Luxemburg für die Organisation von und für die Einladung zu dieses interessante und angenehme Wochenende!

Lisette